26. November 2015

Tipps für die Teilnahme an Ausschreibungen



Ausschreibungen, in denen Verlage Texte für Anthologien oder Literaturzeitschriften suchen, sind für Autoren eine gute Gelegenheit, ihre kleinen Schätze zu veröffentlichen. Ich selbst nutze solche Wettbewerbe auch gerne, um meine Kurzgeschichten oder Gedichte unterzubringen.

In diesem Artikel gebe ich euch ein paar Tipps, worauf ihr achten solltet und was sich hinter bestimmten Begriffen verbirgt, die in Ausschreibungstexten vorkommen. 

Eine Auswahl an aktuellen Ausschreibungen findet ihr übrigens hier: Liste Ausschreibungen.



Was es bei Ausschreibungen zu beachten gibt



Als erstes solltet ihr den Ausschreibungstext immer genau lesen. Wichtig sind dabei vor allem:

  • Der Einsendeschluss
Der Einsendeschluss ist eure Deadline. Soweit nicht anders angegeben, ist an dem vorgegebenen Datum um 00.00 Schluss. Texte, die danach eintreffen, werden von der Wertung ausgeschlossen.

Behaltet die jeweilige Seite auch immer im Auge, da es ab und zu vorkommt, dass sich der Einsendeschluss nach hinten verlagert, die Ausschreibung ganz storniert wird oder andere Änderungen oder Ergänzungen vorgenommen werden. 
 

  • Das Thema
Wenn ein bestimmtes Thema vorgegeben ist, richtet euch unbedingt danach. Alles, was nichts damit zu tun hat, hat nichts beim Verlag zu suchen. Abgesehen davon, dass diese Texte im Normalfall disqualifiziert werden, macht das auch keinen guten Eindruck.

  • Das Genre
Manchmal wird ein bestimmtes Genre vorgegeben. Das solltet ihr genauso wie das Thema unbedingt einhalten. 
Nutzt ruhig mal die Gelegenheit, in einem Genre zu schreiben, in dem ihr sonst nicht schreibt. Es ist immer gut, etwas anderes auszuprobieren und neue Erfahrungen zu sammeln.   

  • Zeichen- oder Wortzahl
Wird der vorgegebene Umfang nicht eingehalten, kann es passieren, dass eure Texte gleich aussortiert werden.

Die Länge wird meist in Zeichen vorgegeben. (Zum Beispiel: max. 18000 Zeichen) Bei dieser Angabe werden auch die Leerzeichen mitgezählt. 
Zeichen = Anschläge. Es sei denn, es ist etwas anderes angegeben.

Tipp: Die Zeichen- und Wortzahl eures Dokuments könnt ihr euch in Word oben in der Menüleiste unter Extras --> Wörter zählen anzeigen lassen. Wenn nur ein Teil des Textes markiert wird, wird nur der markierte Text gezählt. 

  • Veröffentlicht oder unveröffentlicht
Achtet darauf, ob ausschließlich Texte gesucht werden, die noch nicht veröffentlich sind. In der Regel sind damit auch Veröffentlichungen im Internet (in Foren oder Blogs) gemeint. Also im Prinzip alles, was öffentlich zugänglich ist. Meist steht das auch mit dazu. Im Zweifelsfall immer kurz beim Verlag nachfragen, dann seid ihr auf der sicheren Seite. 

  • Form
Wenn bestimmte Vorgaben gemacht werden, was die Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand, etc. betrifft, solltet ihr euch daran halten, damit eure Texte nicht ungelesen aussortiert werden.

Manchmal wird eine Formatierung als Normseite verlangt. Eine Normseite sieht folgendermaßen aus:

DIN A 4  Hochformat (Breite = 21,0 cm / Höhe 29,7 cm)

Seitenränder:
oben = 2,0 cm
unten = 2,0 cm
links = 3,0 cm
rechts = 6,3 cm
Bundsteg = 0 
Kopfzeile = 1,0
Fußzeile = 1,0

Schriftart: Arial 12 Standard
doppelter Zeilenabstand

Die Änderung der Seitenränder könnt ihr in Word oben in der Menüleiste unter Datei --> Seite einrichten vornehmen. Schriftart und Zeilenabstand findet ihr ebenfalls oben in der Menüleiste.


  • Kosten
Normalerweise sind Veröffentlichungen in  Anthologien oder Literaturzeitschriften kostenlos. Es gibt aber auch einige unschöne Ausnahmen. Lest euch deshalb die Ausschreibungstexte samt Teilnahmebedingungen vorab immer genau durch, ob euch irgendwelche Kosten dabei entstehen, wie zum Beispiel eine Abnahmeverpflichtung oder kostenpflichtiges Lektorat/Korrektorat. Von solchen Ausschreibungen lasst lieber die Finger.

Was es sonst noch gibt



  • Autorenvita
Manchmal wird eine Autorenvita verlangt. Eine Vita ist die kurze Beschreibung eines Autors, wie ihr sie überall in Büchern findet. Sie wird in der Regel in der dritten Person verfasst.
In Anthologien ist sie meist auf zwei bis drei Zeilen begrenzt, da nicht so viel Platz ist. Beschränkt euch deshalb nur auf das Wichtigste. Wenn ihr einen Blog oder eine Website habt, gebt am besten auch den Link dazu mit an, damit euch interessierte Leser finden.

Meine Vita sieht zum Beispiel so aus:
Juna Lee Bendt schreibt Gedichte und Geschichten, von denen einige bereits in verschiedenen Anthologien veröffentlicht wurden.
Mehr über die Autorin unter: www.junaleebendt.bplaced.net

  • Bibliographie
Eine Bibliographie ist eine kurze Auflistung von bisherigen Veröffentlichungen, wird aber eher selten verlangt.  

Ich handhabe das immer so, dass ich als erstes das Jahr der Veröffentlichung angebe, dann die Art des Textes, Titel, Name der Anthologie und den Verlag.

Beispiel:
2012 - Kurzgeschichte "Fremd" in der Anthologie "Verlassene Orte" bei der Literaturzeitschrift Haller (Hrsg. Corinna Griesbach)


Wer noch nichts veröffentlicht hat, lässt die Bibliographie einfach weg.

  • Einsendung an den Verlag
Schmeißt den Verlagen eure Texte nicht wortlos vor die Füße. Verfasst ein kurzes Anschreiben und schickt euern Text (Manuskript) immer als Mailanhang mit.

  • Kontaktdaten
Wenn nicht anders gefordert, schreibe ich meine Kontaktdaten (Name, Anschrift, E-Mail-Adresse) immer auf dem Manuskript in eine Kopfzeile. So kann mein Text auch gleich richtig zugeordnet werden.

  • Pseudonym
Wenn ihr unter einem Pseudonym veröffentlichen möchtet, gebt das am besten gleich mit in euerm Anschreiben an und vermerkt dies auch in den Kontaktdaten auf dem Manuskript.



Ich hoffe, der Artikel war hilfreich. Falls ihr Fragen oder Ergänzungen habt, hinterlasst mir hier einen Kommentar oder schreibt mich über das Kontaktformular an. 

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